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Klimawandel

Munich Re warnt vor finanziellem Kollaps

26. November 2009, 17:20 2,049 mal gelesen Keine Kommentare

Die Zahl der Naturkatastrophen hat sich seit 1980 verdreifacht. Rückversicherer Munich Re befürchtet einen weiteren Anstieg - und fordert ein verbindliches Abkommen beim Klimagipfel in Kopenhagen.

Naturkatastrophen richten Milliardenschaden an (Quelle: raWen)

1,6 Billionen Dollar Schaden haben Naturkatastrophen zwischen 1980 und 2008 angerichtet. Und es können noch viel mehr werden. Das schätzt der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (früher Münchner Rück). Zwischen dem Klimawandel und der Zunahme wetterbedingter Schäden sieht das Unternehmen einen großen Zusammenhang. „Die Erwartung an Kopenhagen sind sehr hoch”, sagte der Vorstand Torsten Jeworrek in München. Es sei daher wichtig, dass sich die Staaten auf dem Klimagipfel in Kopenhagen (7. bis 18. Dezember 2009) auf ein striktes Klimaschutzabkommen festlegen. Seit 1980 wachsen, laut Statistiken der Munich RE, die wetterbedingten Schäden im Durchschnitt um 11 Prozent pro Jahr. Die Zahl der Katastrophen sei damit heute fast drei Mal so hoch wie Anfang der 80er Jahre. „Unser Interesse liegt darin die Folgen für die Gesellschaft und für unser Unternehmen in den Griff zu bekommen”, sagte Torsten Jeworrek.

USA und China müssen sich festlegen

Nach Ansicht des Unternehmen muss der Klimawandel durch entschiedene Maßnahmen aufgehalten werden. „Wir sollten alles dafür tun, dass die Klimaerwärmung zwei Grad Celsius nicht überschreitet”, sagte der Leiter der Georisikoforschung der Munich Re Peter Höppe. Denn bei einem weiteren Anstieg der Temperaturen laufen zahlreiche Entwicklungen unumkehrbar ab. Vor allem die Hauptemittenten USA und China müssten sich verbindlich festlegen, die Treibhausgasemission deutlich zu reduzieren. Bis 2050 sollten die größten Industrieländer ihren Schadstoffaustoß um 80 Prozent verringern. „Ein großes Ziel muss die ausschließliche Nutzung von erneuerbaren Energien sein. Aber da müssen Anreizmechanismen hinterstehen, die der Wirtschaft sagen: mach das!”, sagte Vorstand Torsten Jeworrek.

Kostenbelastung wird steigen

Die Folgen des Klimawandels sind nicht abzusehen. „Falls nichts passiert, wird die Schadenshöhe steigen”, so Jeworrek. Auch der Versicherungsschutz werde dann teurer und für viele Menschen nicht mehr finanzierbar. In den nächsten 20 bis 30 Jahren drohen laut Georisikoforscher Höppe noch keine unumkehrbaren Prozesse in der Erdatmosphäre. „Wir werden aber weiter einen langsamen und kontinuierlichen Anstieg der Häufigkeit von Naturkatastrophen und der daraus resultierenden Schäden sehen”, sagte Höppe. Das Maximum des weltweiten Ausstoßes von Klimagasen müsse innerhalb der nächsten zehn Jahre erreicht sein, mahnte er.


von Julia Schneider

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