Zwei Brüder im Kampf gegen die Natur
In “Nanga Parbat” erzählt Regisseur Joseph Vilsmaier die dramatische Geschichte von Reinhold und Günther Messner. Am Donnerstag stellte die Film-Crew das Bergsteiger-Drama in München vor.
Pakistan 1970: Die Brüder Reinhold und Günther Messner nehmen an der Nanga-Parbat-Südwand-Expedition teil. Ihr Ziel ist es, die noch unbestiegene Rupalwand zu bezwingen. Beim Abstieg leidet Günther Messner an der Höhenkrankheit. Er kommt von der Expedition nie zurück.
“Nanga Parpat” will nicht rechtfertigen

Das Team von "Nanga Parbat": Karl Markovics, Jule Ronstedt, Joseph Vilsmaier, Reinhold Messner, Andreas Tobias und Florian Stetter (v.l.). Am 14. Januar kommt der Film in die Kinos. (Quelle: Brennpunkt München)
Um den Tod des damals 23-jährigen Günther Messner ranken sich viele Mythen. Was beim Abstieg geschehen ist, weiß nur sein Bruder Reinhold selbst. Deshalb erhebt auch Vilsmaiers Bergsteiger-Drama “Nanga Parbat” keinen Absolutheitsanspruch. Der Film soll das Schicksal der Bergsteiger-Brüder weder rechtfertigen noch aufarbeiten: “Ich wollte die starken Emotionen vom Berg auf die Leinwand bringen”, erklärt Joseph Vilsmaier seine Motivation für den Film. Das scheint dem gebürtigen Münchner gelungen zu sein. “Der Film ist wirklich gut geworden”, urteilt Extremsportler Messner.
Professionalität statt Fanatismus
Das Jahr 1970 stellt einen Wendepunkt in Messners Leben dar. “Bis zum Nanga Parbat war ich ein fanatischer Felskletterer, das sage ich mit Selbstkritik. Nachher wurde ich ein professioneller Höhenbergsteiger”, sagt Messner heute. Trotzdem würde er seinen Angehörigen zuliebe nicht auf das Klettern verzichten. “Ich habe das Recht, mein Leben zu leben, auch wenn ich in eine Familie eingebunden bin”, so die selbstbewusste Haltung des Extrembergsteigers.
Der Berg als Hauptdarsteller
Bei den Dreharbeiten hat auch Vilsmeier, der zuletzt “Die Geschichte vom Brandner Kasper” verfilmt hat, die Faszination des Berges gepackt. “In den Momenten, wo ich allein am Nanga Parbat war, spürte ich eine diffuse Angst, aber auch eine unerklärliche Faszination”, erzählt der Regisseur des Bergsteiger-Dramas. Er habe sich dort klein und unbedeutend wie eine Ameise gefühlt. Deshalb steht auch der Berg selbst bei “Nanga Parbat” im Vordergrund. “Der Berg ist der Hauptdarsteller, ein Mythos und ein Dämon, den man nicht kontrollieren kann”, so Vilsmaier.

Messner mal zwei: Florian Stetter spielt den damals 25-jährigen Bergsteiger Reinhold. (Quelle: Brennpunkt München)
Neue Gesichter für polarisierende Geschichte
Die Rollen der Brüder hat Vilsmeier mit den jungen Schauspielern Florian Stetter und Andreas Tobias besetzt. Sie waren bislang vor allem in TV-Produktionen zu sehen. Dementsprechend entspannt ließen sie am Donnerstag den Interviewmarathon zur Filmpräsentation über sich ergehen. Tobias nahm die Journalisten dabei sogar selbst ins Visier. In Ashton-Kutcher-Manier zog er sein I-Phone aus der Hosentasche und fotografierte die aneinander gedrängten Kameraobjektive und Mikrofone.
Premiere im Januar
Am 14. Januar kommt “Nanga Parbat” in die Kinos. Neben Stetter und Tobias sind Karl Markovics, Jule Ronstedt, Volker Bruch und Lena Stolze in dem Bergsteiger-Drama zu sehen.
von Jennifer Reinhard
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